GALERIE RUPERT PFAB
Lucile Desamory
der Drall
6. September – 2. November 2013
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Wir freuen uns, die belgische Künstlerin Lucile Desamory (*1977, Brüssel) als neue Künstlerin der Galerie Rupert Pfab zu begrüßen und ihre erste Einzelausstellung am 6. September im Rahmen der Düsseldorf Cologne Open zu eröffnen.
Die in Berlin lebende Künstlerin und Filmemacherin Lucile Desamory ist in ihren Werken auf der Suche nach Phänomenen des Unheimlichen und Unerklärlichen. In ihren Collagen, Stoffarbeiten und filmischen Sequenzen verknüpft sie Vertrautes mit Rätselhaftem und stellt damit Fragen nach der Existenz des Unbekannten. „Das Wichtigste für mich ist die Möglichkeit, unsicher zu sein. Die Lücke zwischen dem, was man als wahr annimmt, und dem, was man als unwahr annimmt. (.) Was ich suche, ist etwas zwischen den beiden Möglichkeiten, es ist die Unruhe, die auftritt, wenn man mit dem Unbekannten konfrontiert wird, und die Verschiebung, die das in der eigenen Wahrnehmung der Welt auslöst.“(Lucile Desamory im Gespräch mit Heike van den Valentyn, Katalog „Lucile Desamory. Former Lives“, Kunstraum Düsseldorf 2013) Ob Zyklopen, Mischwesen, surreale Landschaften oder esoterische Spielkarten und Steine, Lucile Desamory forciert religiöse, heidnische, paranormale und altertümlichen Mythen, auf der Suche nach dem Bekannten im Unbekannten und umgekehrt.
Der Titel der Ausstellung, ‚der Drall‘, unterstreicht diese Aspekte. Der Drall hat in der Physik eine ähnliche Stellung wie die Energie, die oft als mystische Kraft in Erscheinung tritt und zum Beispiel Orten, Objekten oder auch Personen zugesprochen wird. Der Drall und die Energie sind zwei wichtige Faktoren um Objekte in Bewegung zu stabilisieren oder zu destabilisieren. Eine nicht greifbare, unsichtbare Macht also, die einen auf dem Weg halten oder davon abbringen kann.
Der Drall ist aber auch ein wichtiger Faktor bei der Herstellung von Garn. Je mehr Drall ein Garn aufweist, desto stärker kräuselt es sich. Lucile Desamory benutzt einfache Materialien wie Papier, Pappe oder eben Stoff, die sie zu Collagen, aber auch zu Skulpturen zusammenfügt. Die Stickereien in ihren Stoffbahnen zeigen Anklänge an frühere Jahrhunderte, in denen der Glaube an mystischen Wesen Teil des täglichen Lebens war. Mittelalterliche Adels-Banner oder die Stickarbeiten aus Bayeux dienen hierbei als Vorblider. Ihre Stoffarbeiten erinnern aber auch an Bühnenvorhänge, die den inszenatorischen Charakter all ihrer Arbeiten unterstützt. In kleinen Papiermodellen und Dioramen zum Beispiel, inszeniert die Künstlerin Miniatur-Schauspiele, die bisweilen auch Modelle für ihre Filmsets sein können.
Lucile Desamory wurde vom belgischen Symbolismus beeinflusst, bezeichnet ihre Arbeit jedoch nicht als  symbolistisch oder gar surrealistisch. Vielmehr steht sie unter dem Einfluss verschiedener Positionen, seien es Darios Argentos sogenannte Gialli-Filme, die Comics eines E. P. Jacobs oder die Kunst Lili Dujouries.
Die mehr als 15 Filme, die Lucile Desamory bereits gedreht hat – darunter Slapstick (Crachat, 1997), Kurzfilme des Minimal Horror Genres (Vandales et Vampires 1999, Lʼinfirmière cannibale 2000) und Stopmotion-Animationsfilme (À lʼombre de lʼhyperboloide 2004, Haut les Coeurs 2007)  – wurden in bedeutenden Museen, wie der Kunsthalle Zürich sowie in der Cinématheque Francaise, Paris oder der Fondation Cartier pour l’art contemporain, Paris ausgestellt. Jüngst zeigte sie Ihren ersten Spielfilm ABRACADABRA in der Tate Modern London, in dem es unter anderem um ihre Kindheit in einer Emmaus-Kommune geht. Ein Geisterfilm, in dem jedoch alle typischen Charakteristika der Gattung Horror vernachlässigt wurden und nur mit Hilfe des absolut Notwendigen eine greifbare Spannung erzeugt wird.

Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit ist die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern oder auch Musikern wie beispielsweise der Schottin Lucy McKenzie, mit der sie eine Vielzahl an Ausstellungsprojekten realisierte. 

In der Ausstellung in der Galerie Rupert Pfab wird Lucile Desamory sowohl Filme, als auch Collagen und Skulpturen zeigen.
Gemeinsame Eröffnung im Galerienhaus in der Poststr. 3
Freitag, 6. September 2013, 18-22 Uhr*
mit anschließendem Hoffest
im Rahmen der DC Open 2013
Samstag, 7. September 2013, 12-20 Uhr*
Sonntag, 8. September 2013, 12-18 Uhr
*Die Künstlerin ist anwesend.
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